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didaktik

Beim Umsetzen von Übungen als interaktive Widgets spielen didaktische Überlegungen eine zentrale Rolle. Das betrifft zunächst die Auswahl des Übungsformats. Kriterien dafür sind:

  • Lernstand: Schwierigkeitsgrad und mögliche Hilfestellungen sollten dem Niveau der Lernenden entsprechen.
  • Lernziel: Muss z.B. etwas nur als richtig/falsch erkannt werden oder selbst ohne Vorgaben richtig produziert werden können?
  • Ergonomische Überlegungen: Ist die Übung schnell erfassbar und ohne unnötige Umstände lösbar?
  • Abwechslung und Motivation: Wiederholung ist wichtig, sollte aber nicht immer im gleichen Gewand daherkommen. Abwechslung in Formaten und Fragestellungen verhindert, dass die Aufmerksamkeit nachlässt und Langeweile aufkommt. 

Um das deutlich zu machen, haben wir zwei Übungen in je zwei verschiedenen Formaten umgesetzt und unsere Überlegungen dazu zusammengefasst.

 

Beispiel 1: Kommasetzung üben

beispiel 2: wortarten bestimmen

Nahezu alle Übungen lassen sich in einem Multiple-Choice-Format umsetzen. Das ist jedoch – vor allem für niedrigere Lernniveaus – nicht immer sinnvoll. In unserem Beispiel ist die Multiple-Choice-Variante schwer zu erfassen (es müssen lange Textabschnitte mit sehr geringen Abweichungen miteinander verglichen werden) und das Lernziel (Zeichen richtig setzen können) wird verfehlt: Hier wird stattdessen geübt, falsche und richtige Zeichensetzung (passiv) zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso lassen sich sehr viele Übungen als Lückentext umsetzen, d.h. die Lernenden müssen selbst schreiben. Oft ist es sinnvoll, dass damit automatisch Gross- und Kleinschreibung und Orthografie geübt werden. In anderen Fällen, wie dem hier gezeigten, wird daraus eine umständliche und unter Umständen sogar frustrierende Fleissübung. Wenn nicht alle gültigen Lösungen für eine Lücke antizipiert werden können (hier etwa: Reihenfolge der Aufzählung, Nomen mit/ohne Artikel), muss mit Freitext gearbeitet werden, was für die Lernenden unbefriedigend ist, weil sie sich nicht unmittelbar überprüfen können.

Hinzu kommt, dass das Herausschreiben am eigentlichen Ziel der Übung vorbeigeht. Es geht hier nämlich nicht darum, Verben, Adjektive und Nomen in ihre Grundform zu setzen oder Abschreiben zu üben, sondern die Wortarten in einem Satzkontext schnell und sicher zu erkennen.